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Serhij Zhadan_Copyright_Suhrkamp Verlag

OPEN AIR: Zwischen Zukunft und Freiheit

Lesung und Konzert

Serhij Zhadan und Katja Petrowskaja stellen Autor*innen der ukrainischen Moderne vor, darunter den Autor des ersten ukrainischen Stadtromans Walerian Pidmohylnyj und den Futuristen Mychail Semenko, der mit seinen Manifesten, Sprachspielen und visuellen Gedichten einen Bogen vom ukrainischen Barock in die 1920er Jahre schlägt und neue moderne literarische Formen in der ukrainischen Literatur begründet. Die Werke von Mychail Semenko sind versammelt in dem Band “Wer will mich hindern, die Welt zu verkehren” (Wallstein) vor, herausgegeben von Serhij Zhadan und Claudia Dathe. Im Anschluss fusionieren Serhij Zhadan und Yuriy Gurzy ukrainische Poesie mit eklektischen Beats und massiven Bässen zu einem Sound, der sowohl zum Nachdenken anstiftet als auch zur Bewegung treibt.

Moderation: Insa Wilke. Übersetzungen: Sofia Onufriv. Lesung deutsche Texte: Tom Keller.

Serhij Zhadan, 1974 im Gebiet Luhansk/Ostukraine geboren, studierte Germanistik, promovierte über den ukrainischen Futurismus und gehört seit 1991 zu den prägenden Figuren der jungen Szene in Charkiw. Er debütierte als 17-Jähriger und publizierte zahlreiche Gedichtbände und Prosawerke. Für “Die Erfindung des Jazz im Donbass” wurde er mit dem Jan-Michalski-Literaturpreis und mit dem Brücke-Berlin-Preis 2014 ausgezeichnet (zusammen mit Juri Durkot und Sabine Stöhr). 2022 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Zhadan lebt in Charkiw und ist seit Mai 2024 Soldat.

Katja Petrowskaja, 1970 in Kiew geboren, lebt seit 1999 in Berlin. Sie studierte in Tartu Literaturwissenschaft, Slawistik und Semiotik und hat in Moskau in Slawistik promoviert. 2000–2010 war sie als Kulturjournalistin für verschiedene Medien tätig: Neue Zürcher Zeitung, taz, Deutsche Welle, Radio Liberty. Seit 2012 ist sie Kolumnistin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagzeitung. Ihr literarisches Debüt “Vielleicht Esther” (2014) wurde in über 30 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Der Kurzprosaband “Das Foto schaute mich an” erschien 2022, der Essayband “Als wäre es vorbei. Texte aus dem Krieg” 2025. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Claudia Dathe, geboren 1971, studierte Übersetzungswissenschaft (Russisch, Polnisch) und Betriebswirtschaftslehre in Leipzig, Pjatigorsk und Krakau. Nach längeren Auslandstätigkeiten in Kasachstan und der Ukraine arbeitet sie seit 2005 in Projekten zum literarischen Übersetzen, zum Kulturaustausch und zur politischen Bildung und übersetzt Literatur aus dem Ukrainischen und Russischen, u.a. von Serhij Zhadan, Marianna Kijanowska und Yevgenia Belorusets. Seit 2025 gibt sie zusammen mit Tanja Maljartschuk im Wallstein Verlag die Ukrainische Bibliothek heraus. Für ihre Übersetzungen und ihr Engagement um die Vermittlung ukrainischer Literatur im deutschsprachigen Raum wurde sie mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Sonderpreis des Netzwerks der Literaturhäuser (2024).

Yuriy Gurzhy wurde in der Ukraine geboren und lebt seit 20 Jahren in Berlin. Er macht u.a. Musik für Theaterproduktionen und bildet mit Serhij Zhadan ein lyrisch-musikalisches Duo.

Insa Wilke ist Literaturkritikerin. Sie schreibt u.a. für die Süddeutsche Zeitung. 2014 wurde sie mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik ausgezeichnet. Seit 2005 konzipiert und moderiert sie Kulturveranstaltungen. Sie hat Radiosendungen moderiert, war Teil eines Fernseh-Quartetts und Vorsitzende verschiedener Jurys. 2016 hat sie die Programmleitung des Mannheimer Literaturfestes “lesen.hören” von Roger Willemsen übernommen, dessen Nachlass sie verwaltet. 2024 ging sie mit ihrer Literaturplattform www.cafelit.de online, die sie als einmaliges Plädoyer für eine engagierte Literaturberichterstattung und für die offene, demokratische Gesellschaft versteht. Zuletzt publizierte sie den Band “Liegen Sie bequem? Vom Lesen und von Büchern” von Roger Willemsen (2025).

Eine Veranstaltung des Museumsbergs Flensburg und des Literaturhaus Schleswig-Holstein. In Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Netzwerk der Literaturhäuser sowie ARTE. Die „Ukrainische Bibliothek“ (Wallstein Verlag) wird gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, vom Bundesministerium Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (AT) sowie vom Institut für die Wissenschaft des Menschen (AT).
Der Literatursommer Schleswig-Holstein wird gefördert durch den Landesbeauftragten für politische Bildung Schleswig-Holstein, das Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-Holstein, das Kulturamt der Landeshauptstadt Kiel und den Freundeskreis des Literaturhauses e.V.

Museumsberg, Museumsbergwiese
Details
  • Erwachsene
  • Studierende
  • Jugendliche
  • Musik
  • Deutsch
  • Rollstuhlgerecht
Datum
  • Samstag, 20.06.2026, 19:00

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